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Der Puls der Kunst schlägt in Manhattan Pressestimmen - Passauer Neue Presse

Passauer Neue Presse
2. September 2006
Kategorie: Reise

Ein Streifzug durch die Museen der amerikanischen Metropole New York - Kulturerlebnis rund ums Empire State Building
Von Wolfgang Minaty

Der Verkauf des teuersten Gemäldes der Welt, der "Goldenen Adele" von Gustav Klimt, an das New Yorker Museum "Neue Galerie" hat einmal mehr gezeigt, dass der Puls der Kunst in Manhattan schlägt. Ein Streifzug durch die Museen und Galerien in New York belegt, wie lebendig die Szene ist.

New York ist schnell. Verdammt schnell. Ein Herzrhythmus wie ein Mausklick. Eben noch war Chelsea trendy, dann ist es Williamsburg, aber das wird auch schon wieder überrundet, heute ist Dumbo turbo. Das ist ein Viertel zwischen der Brooklyn- und der Manhattan- Brücke. Nicht nur zwischen, sondern auch darunter, also direkt am East River, wo die Brücken in schwindelnder Höhe über die Dächer gleiten - in einer Gegend Brooklyns, wo Künstler und Galeristen die Mieten noch bezahlen können.

Unzählige Galerien: Kunst fast Tür an Tür

Hier also, in diesem Dumbo ("Down Under the Manhattan Bridge Overpass"), haben sie sich eingenistet, mit der Front und Water Street sozusagen als Taifun-Auge. Die jüngste Zählung kommt auf 31 Galerien (zum Vergleich: in Chelsea gibt es rund 250 Galerien), jeden Monat scheint eine weitere dazuzukommen. Sie scheren sich nicht um saubere Entrees und bieten Kunst fast Tür an Tür:
Traditionelles, Provokantes, Gängiges, Sperriges - ein Dorado für Entdeckungen.

In Brooklyn schnappt man sich am besten ein Taxi oder nimmt den Bus nach Williamsburg, schaut bei den Senkrechtstartern unter den Galerien, "Roebling Hall"und "Pierogi", vorbei (Letztere hat kürzlich eine Filiale in Leipzig eröffnet) und fährt weiter nach Long Island City "P.S.I" heißt die aktuelle Zauberformel für moderne Kunst, die selbst Hausfrauen, wenn man sie nach der Jackson Avenue fragt, mit einem gewissen Schaudern in den Mund nehmen. Ehemals eine Mädchenschule, ein Bau aus bravem Backstein, ist es heute ein Ableger des legendären "MoMA", des Museum of Modern Art.

Als Chef-Kurator stöbert der Berliner Klaus Biesenbach in New Yorker Ateliers und in den Hinterhöfen der globalen Kunstszene herum. Heraus kommen Ausstellungen, die vom Heizungskeller bis unters. Dach zwingende bis zwanghafte Kunst bringen, die nicht selten wie Fegefeuer wirkt. Natürlich sollte man auch nach Manhattan ins Haupthaus des MoMA, das seit seiner neuesten Verjüngungskur prächtiger denn je aussieht. Das Gerücht, dass der andere Klassiker der Moderne, das Guggenheim Museum, wegen Baufälligkeit quasi leergeräumt sei, ist falsch.

Richtig ist, dass der knapp 50-jährige Schneckenbau von Franck Lloyd Wright bis 2007 saniert wird, weshalb 200 Meisterwerke eingepackt wurden und bis 7. Januar in Bonn gezeigt werden. Aber ein anständiger Rest, von Pissarro bis Chamberlain, ist immer noch zu sehen, begleitet von einer eindrucksvollen Retrospektive der im Irak geborenen Architektin Zaha Hadid (bis 25. Okt.), von der solche Geniestreiche wie die Sprungschanze in Innsbruck oder das BMW-Werk in Leipzig stammen.

Nur wenige Minuten entfernt lockt die "Neue Galerie", die vor zehn Jahren eröffnet worden ist. Allein das Café Sabarsky, das echt Wiener Charme versprüht, lohnt den Eintritt, erst recht der Bestand ausgesucht schöner Werke von Bekmann, Schiele, Klimt & Co., also ausschließlich deutscher und österreichischer Künstler des 20. Jahrunderts, deren aktuelle Neuhängung bis zum 9. Oktober zu sehen ist.

Noch immer im Schatten der großen Museumsmaschinen, allen voran des Metropolitan Museum, liegt die "Frick Collection". Das ist ungerecht, denn sie ist eines der schönsten Museen, die sich denken lassen.
Das eigentliche Ereignis ist die ständige Sammlung, verteilt in den Räumen einer ehemali-gen Privatwohnung großbürgerlichen Zuschnitts, eben der des 1919 gestorbenen Stahlmagnaten Frick. In welchem Museum dieser Welt bewegt man sich schon auf Perserteppi-chen? Oder an Chaiselongue, Lüster und Kandelaber vorbei? Aber die sind nur Staffage. Am eleganten bis schwülstigen Lu-xus entlang geht der Blick auf Spitzenwerke der Weltkunst: Duccio, Memling, Tizian, El Greco, Rembrandt, Velázquez, Vermeer, Turner, Ingres, Corot, Renoir und wie sie alle heißen. Ein Juwel im Dschungel der Großstadt.

Nach dreijährigem Dornröschenschlaf ist im Mai die Mor-gan-Bibliothek an der Madison Avenue wieder erwacht. Strahlend, hell und einladend - dieses Schatzhaus europäischer Kunst hat nach dem Umbau durch Renzo Piano viel an Durchlässigkeit gewonnen, ohne Intimität einzubüßen. John Pierpont Morgan, der 1857 in Göttingen studiert hat, hat gekauft und gesammelt, was rar und teuer war. Wir dürfen es uns heute ansehen: Von Dürer-Zeichnungen, Galilei-Autographen und Mozart-Noten bis hin zu Bob Dylans "It Ain't Me Babe", von 350 000 gehüteten Objekten eine wahrhaft kostbare Auswahl, die noch bis 12. November zu sehen ist.

Renzo Piano kann auch anders. So gekonnt unauffällig "The Morgan" erscheint, so mächtig wächst derzeit sein Hochhaus für die "New York Times" an der 42. Straße in den Himmel - während Kollege Norman Foster seinen jüngsten Wolkenkratzer soeben der Offentlichkeit übergeben hat: den Hearst-Turm, der, wie schon seine "Gurke" in London, mit stählernen Dreiecken daherkommt, deren prismatische Konstruktion 20 Prozent weniger Stahl verbraucht.

Einst verkommenes Viertel - heute "in"

Derweil haben wir uns immer weiter nach Westen vorgearbeitet. Hart am Hudson River liegt der Meatpacking District, früher einer der verkommensten und blutigsten Viertel New Yorks. Blutig, weil das Fleisch, über den Fluss angeliefert, hier verwurstet, gekühlt und verpackt wurde. Heute ist es eines der lebendigsten und schnellsten Viertel der Stadt.

Die Läden um die Gansevoort Street, vor allem Mode und Design, sind kaum noch zu zählen, die verdreckten, zerschlissenen Ecken allerdings auch. Zwischen "Alexander McQueen", der David Bowie einkleidet, und "Stella McCartney", die Beatle-Tochter und zeitweilig Chefdesignerin bei Chloé, sowie dem Möbelästheten "vitra" hocken Galerien, Agenten, Filmstudios. Und dann und wann ein Metzgerauto. Noch sind ein paar Kühlhäuser in Funktion. Aber Bars und Discos drängen nach. Heiße Grüße aus ehemals kühlen Häusern.

New York ist schnell, laut und unbarmherzig. Ein Markt. Eine einzige Galerie. Alles ist käuflich. Alles ist Kunst. Aber Kunst ist nicht alles, sagte jemand. Ein New Yorker kann's nicht gewesen sein.

INFO

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Das "New York Magazine" meinte: "der beste Untermietservice in New York". Infos gibt es auch im Internet unter www.nyhabitat.com/de.